Eine männliche Person (frontal zeigend), um die 30 Jahre alt, mit gelbem T-Shirt und gelber Mütze, hält eine Papier-Rakete nach oben zeigend in der Hand. Auch der Hintergrund ist gelb.

Online-Shop aufbauen: Was gibt es zu beachten und welche Kosten entstehen?

Einen eigenen Online-Shop zu starten, ist eine große Möglichkeit, um Produkte oder Dienstleistungen einem breiten Publikum anzubieten und ein eigenes Business aufzubauen.

Doch bevor die ersten Bestellungen eintreffen, sind zahlreiche Schritte zu planen und umzusetzen – von der Auswahl der richtigen Plattform über das Design bis hin zur Logistik und dem Marketing.

Dieser Leitfaden beleuchtet die wichtigsten Schritte, die für den Aufbau eines erfolgreichen Online-Shops notwendig sind, und gibt einen Überblick über die zu erwartenden Kosten.

1. Grundlegende Überlegungen: Geschäftsmodell und Zielgruppe

Bevor die technischen Details eines Online-Shops angegangen werden, sollten zunächst die Grundpfeiler des Geschäftsmodells festgelegt sein. Einige grundlegende Fragen müssen beantwortet werden:

Was soll verkauft werden? Geht es um physische Produkte, digitale Waren oder Dienstleistungen?

Wer ist die Zielgruppe? Welche Kunden sollen angesprochen werden und welche Bedürfnisse haben sie?

Welche Alleinstellungsmerkmale gibt es?
Warum sollten Kunden ausgerechnet hier kaufen und nicht bei der Konkurrenz?

Diese Überlegungen helfen dabei, die weiteren Schritte zu planen, die Plattform auszuwählen und das Design sowie die Marketingstrategie zielgerichtet auszurichten.

2. Auswahl der Plattform

Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft die Wahl der Plattform, auf der der Online-Shop betrieben werden soll. Je nach Anforderungen und technischem Know-how gibt es verschiedene Möglichkeiten:

a) Gehostete Plattformen

Gehostete Plattformen bieten eine fertige Umgebung, in der der Online-Shop ohne tiefgehendes technisches Wissen eingerichtet werden kann. Hier kümmert sich der Anbieter um Hosting, Sicherheit und technische Updates.

Shopify: Eine der bekanntesten und beliebtesten Plattformen für kleine bis mittlere Shops. Shopify bietet zahlreiche Apps und Designs, die sich flexibel anpassen lassen.

BigCommerce: Eine skalierbare Lösung, die vor allem für größere Shops interessant ist, da sie umfangreiche Funktionen bietet.

Wix und Squarespace: Diese Plattformen sind einfach zu bedienen und besonders für kleinere Shops geeignet, die schnell online gehen wollen.

Kosten: Zum Beispiel bei Shopify und BigCommerce liegen die monatlichen Kosten zwischen 27 und 299 Euro, abhängig von den benötigten Funktionen.

b) Selbstgehostete Plattformen

Wer mehr Flexibilität benötigt und technisch versiert ist, kann eine selbstgehostete Plattform wählen. Hierbei ist der Betreiber selbst für Hosting, Sicherheit und Wartung verantwortlich.

WooCommerce: Dieses Plugin verwandelt eine WordPress-Seite in einen voll funktionsfähigen Shop. Ideal für kleine bis mittlere Unternehmen, die bereits WordPress nutzen.

Magento: Diese Open-Source-Lösung ist besonders für große und komplexe Online-Shops geeignet.

Kosten: WooCommerce ist kostenlos, doch es fallen Kosten für Hosting und eventuell für Erweiterungen an. Die Preise für Hosting beginnen bei 10 bis 50 Euro pro Monat. Magento bietet eine kostenlose Community-Version, doch die Enterprise-Edition kann je nach Anforderungen teuer werden.

3. Domain und Hosting

Neben der Plattform wird eine passende Domain benötigt. Diese sollte leicht zu merken und möglichst prägnant sein. Sie ist der Name des Shops im Internet und sollte den Unternehmensnamen oder die Produktkategorie widerspiegeln.

Domain-Kosten: Eine .de-Domain kostet etwa 5 bis 15 Euro im Jahr, während .com-Domains oft etwas teurer sind.

Für selbstgehostete Shops wird auch ein Hosting-Anbieter benötigt. Hier gibt es verschiedene Pakete, abhängig davon, wie viel Traffic und Speicherplatz benötigt wird.

Hosting-Kosten: Einfache Shared-Hosting-Pakete beginnen bei etwa 5 bis 20 Euro pro Monat. Größere Shops mit hohem Traffic sollten eventuell über einen VPS oder dedizierten Server nachdenken, was etwa 50 bis 200 Euro monatlich kosten kann.

Zum Beispiel der große Anbieter Strato bietet u. a. sowohl Domains als auch Hostingpakete an und das Unternehmen ist auch telefonisch erreichbar. 

4. Design und Benutzererfahrung

Das Design ist eines der ersten Dinge, die ein potenzieller Kunde wahrnimmt. Daher sollte der Shop nicht nur optisch ansprechend sein, sondern auch eine gute Benutzerfreundlichkeit bieten. Zudem ist es wichtig, dass das Design auf allen Geräten – Desktop, Tablet und Smartphone – funktioniert.

a) Vorgefertigte Designs

Viele Plattformen bieten Themes oder Designvorlagen an, die mit wenigen Anpassungen genutzt werden können. Diese Themes sind oft flexibel, sodass Farben, Schriftarten und Layouts geändert werden können.

Kosten für Themes: Viele Plattformen bieten kostenlose Themes an, Premium-Themes kosten hingegen zwischen 50 und 300 Euro.

b) Individuelles Design

Wer sich stärker von der Konkurrenz abheben möchte, kann ein individuelles Design von einem Webdesigner oder einer Agentur erstellen lassen.

Ein individuelles Design sorgt nicht nur für eine einzigartige Optik, sondern kann auch die Benutzerführung optimieren.

Kosten für individuelles Design: Ein individuelles Design kann je nach Umfang zwischen 1.000 und 10.000 Euro kosten.

5. Produktverwaltung und Bestandskontrolle

Nachdem das Design steht, müssen die Produkte eingepflegt werden. Hierbei sind qualitativ hochwertige Fotos, aussagekräftige Beschreibungen und präzise Preisangaben entscheidend.

a) Produktfotos

Professionelle Produktfotos sind ein Muss. Schlechte Bilder können potenzielle Käufer abschrecken. Daher sollte überlegt werden, einen Fotografen zu engagieren, der die Produkte ins rechte Licht rückt.

Kosten für Produktfotos: Ein Fotoshooting kann je nach Anzahl der Produkte und Aufwand zwischen 200 und 1.000 Euro kosten.

b) Lagerverwaltung und Versand

Auch die Bestandskontrolle und der Versand sollten gut geplant werden. Viele Plattformen bieten integrierte Lösungen für die Lagerverwaltung an, um den Überblick über den Bestand zu behalten. Für den Versand bieten Dienstleister wie DHL, UPS oder DPD unterschiedliche Modelle an. Wichtig ist, die Versandkosten klar zu kommunizieren.

Versandkosten: Die Kosten variieren stark je nach Region, Paketgröße und Gewicht.

6. Zahlungsabwicklung und Transaktionsgebühren

Um Zahlungen entgegenzunehmen, müssen Zahlungsanbieter integriert werden. Eine breite Auswahl an Zahlungsmethoden (Mastercard, Visa, PayPal, Lastschrift) ist wichtig, um den Kaufprozess für den Kunden so einfach wie möglich zu gestalten.

Zu den bekanntesten Zahlungsdienstleistern gehören:

PayPal: Leicht zu integrieren, mit Gebühren von etwa 2,9 % plus 0,35 Euro pro Transaktion.

Stripe Payment: Bietet Kreditkartenlösungen, ähnliche Gebühren wie PayPal.

Klarna: Besonders in Deutschland beliebt, da es Kauf auf Rechnung anbietet.

Kosten für Zahlungsabwickler: Die Transaktionsgebühren bewegen sich meist zwischen 1,5 % und 3 % des Kaufpreises, abhängig vom Dienstleister und der Zahlungsmethode.

7. Rechtliche Anforderungen

Ein Online-Shop muss verschiedene rechtliche Vorgaben einhalten. Zu den wichtigsten gehören:

Impressum und Datenschutzerklärung: Beide sind gesetzlich vorgeschrieben.

AGB und Widerrufsbelehrung: Allgemeine Geschäftsbedingungen und eine klare Widerrufsbelehrung schaffen rechtliche Sicherheit.

Sie haben noch keine Rechtstexte?

Wir erstellen Ihnen ganz individuell Ihre Datenschutzerklärung, allgemeine Geschäftsbedienungen und viele weitere für Ihren Shop, rechtssicher mit kostenlosem Updateservice.

SSL-Zertifikat: Zum Schutz der Kundendaten muss der Shop ein SSL-Zertifikat haben, das die Verbindung verschlüsselt.

Kosten: Die Erstellung rechtlicher Texte kann über Online-Plattformen oder Anwälte erfolgen. Hier sind Kosten von 20 bis 400 Euro zu erwarten.

Ein SSL-Zertifikat ist bei manchen Hosting-Anbietern kostenlos, ansonsten kostet es zwischen 0 und 100 Euro jährlich.

8. Marketing und Kundenakquise

Nachdem der Shop online ist, geht es darum, Kunden zu gewinnen. Ohne Marketing bleiben die Besucherzahlen und Verkäufe meist gering.

SEO: Suchmaschinenoptimierung hilft, bei Google besser gefunden zu werden. Das kann langfristig zu mehr organischem Traffic führen.

Social Media Marketing: Instagram, Facebook und TikTok sind wertvolle Kanäle, um Produkte zu bewerben und mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten.

Paid Advertising: Google Ads oder Facebook Ads bieten schnelle Reichweite und gezielte Werbung.

Marketing-Kosten: SEO kann intern durchgeführt werden, oder eine Agentur wird beauftragt. Externe Dienstleister kosten zwischen 500 und 5.000 Euro monatlich. Für bezahlte Werbung sollten monatlich mindestens 200 bis 1.000 Euro eingeplant werden.

9. Laufende Kosten

Neben den anfänglichen Investitionen gibt es auch laufende Kosten, die berücksichtigt werden müssen:

Plattformgebühren: Gehostete Plattformen wie Shopify verlangen monatliche Gebühren.

Hosting und Wartung: Bei selbstgehosteten Shops fallen laufende Hosting- und Wartungskosten an.

Marketing: Wer regelmäßig in Werbung investiert, wird auch hier monatlich fixe Budgets einplanen.

Transaktionsgebühren: Für jede Bestellung fallen Gebühren für die Zahlungsabwicklung an.

Gesamtkosten: Ein kleiner bis mittlerer Shop hat monatliche Kosten von etwa 100 bis 500 Euro. Bei größeren Projekten oder intensiven Marketingmaßnahmen können die Kosten deutlich höher liegen.

Fazit

Der Aufbau eines Online-Shops ist eine spannende Herausforderung, die jedoch mit Planung und Aufwand verbunden ist. Die Wahl der Plattform, die Gestaltung des Shops und die rechtlichen Vorgaben müssen sorgfältig berücksichtigt werden.

Die Kosten können dabei je nach Umfang und Anforderungen variieren. Mit einer durchdachten Strategie und einem klaren Fokus auf die Zielgruppe kann der Online-Shop jedoch schnell zum Erfolg führen.

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